Wärmebrücken

Wärmebrücken vermeiden ist planbar
Passivhäuser profitieren auch bei der Vermeidung von Wärmebrückeneffekten von ihren hohen Dämmstoffstärken zwischen 20 bis 40 cm in der Außendämmung. Bei Wärmebrücken-verlustkoeffizienten, die etwa bei -0,06 W/(mK) liegen, ergeben sich außenmaßbezogene negative Werte, die unter dem Strich einen rechnerischen Bonus bei den Transmissions-wärmeverlusten bedeuten. Denn damit lassen sich eventuell noch vorhandene positive Wärmebrückeneffekte in anderen Bereichen der Gebäudekonstruktion zum großen Teil kompensieren.






















Wo die Dämmstoffhülle unterbrochen ist, wird's kritisch

Eine zuverlässige Methode für das Auffinden von Wärmebrücken ist es, das konkrete Projekt grafisch umzusetzen und Grundrisse, Schnitte und Detailzeichnungen im Hinblick auf die Lückenlosigkeit der Außendämmung zu betrachten. Es empfiehlt sich, die Dämmschicht der Außenbauteile in ihrer tatsächlichen Lage gelb zu markieren. Anschließend prüft man, wo überall der umlaufende gelbe Rand unterbrochen ist. An diesen Schwachstellen lassen sich potenzielle Wärmebrücken vermuten. Von daher sollte das Augenmerk sorgfältig darauf gerichtet und überlegt werden, ob sie konstruktiv vermeidbar sind. Falls nicht, sollte eine Lösung gesucht werden, wie sie wenigstens minimiert werden können. Jede Unterbrechung der Dämmschicht bedeuted eine Wärmebrücke, die die Energiebilanz verschlechtert und zu Bauschäden führen kann.

Geometrische und stoffliche Wärmebrücken
• Geometrische Wärmebrücken können vernachlässigt werden, sofern die Außendämmung ausreichend dimensioniert und durchgängig ist.
• Stoffliche Wärmebrücken sind unbedingt zu vermeiden bzw. zu minimieren. Insbesondere:
• Wärmebrücken an Sohlplatten und Kellerdecken
• Wärmebrücken an Treppen
• Wärmebrücken an den Oberkanten von Wänden im Dachbereich
• Wärmebrücken an kalt-warmen Wanddurchgängen
• Wärmebrücken an Balkonen, Podesten, auskragenden Bauteilen
• Wärmebrücken an Fenstern und Rollladenkästen

Innerhalb eines Bauteils häufig vorkommende Wärmebrücken (Sparren, Lattungen, Befestigungsanker etc.) müssen beim U-Wert des betroffenen Bauteils berücksichtigt werden. Diese Konstruktionen bezeichnet man als inhomogene Bauteile. Sie können neben erhöhten Wärmeverlusten auch zu Bauschäden führen. Allerdings: Inhomogenitäten in einem Mauerwerk hinter einer durchlaufenden Dämmung (z.B. Deckenauflager) können vernachlässigt werden, wenn die Dämmung entsprechend gut dimensioniert ist.