Schallschutz wichtig nehmen: Hausgemachtem Lärm kann man vorbauen

  • Hausgemachtem Lärm kann man vorbauen
    Hausgemachtem Lärm kann man vorbauen
    Der Schall nimmt viele Wege. Kinder, die in der Wohnung im Obergeschoß herumtollen sorgen trotz ihres geringen Gewichts oftmals für erhebliches Geräuschaufkommen. © iStock / PeopleImages.com
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    Hausgemachtem Lärm kann man vorbauen
    Franz Hartmann, Vertriebsdirektor von Saint-Gobain ISOVER Austria, plädiert für vorausschauenden Umgang mit Schallschutz. © ISOVER/Pflügl

Stockerau, im April 2016._Fast im Wochentakt werden neue Wohnbauprojekte in Wien angekündigt. Kleine SMART-Wohnungen sollen dafür sorgen, dass die neuen Objekte auch leistbar sind. Mehr Dichte bedeutet aber auch mehr Lärmaufkommen. Deshalb plädiert Franz Hartmann, Saint-Gobain ISOVER Austria, für vorausschauenden Umgang mit Schallschutz.

Fragt man Menschen im städtischen Bereich, was sie an ihrem Lebensumfeld besonders stört, antworten sie meist mit „Lärm“. Sie beziehen sich dabei in erster Linie auf den Verkehrslärm und in zweiter auf die Geräusche in den eigenen vier Wänden. Doch das Lärmempfinden selbst ist sehr individuell. Was den einen schon stört, nimmt der andere noch gar nicht wahr. Darüber hinaus neigen Menschen dazu, den Lärm, den sie selbst erzeugen, in ihrer Auswirkung auf die Umgebung zu unterschätzen. Als Verursacher trifft einen das Geräusch nicht unvorbereitet, und man zieht in aller Regel auch einen Nutzen daraus. Also hat man eine positive Verbindung zum Geschehen und nimmt die damit verbundenen Geräusche gerne in Kauf.

Je mehr Wohnungen, umso wichtiger der Schallschutz

Mit der Größe der Wohnanlagen und der Anzahl der Wohnungen steigt allerdings das Risiko der gegenseitigen Störung. „Deshalb ist es wichtig, dass wir bei aller Diskussion um leistbares Wohnen dem Schallschutz größte Bedeutung beimessen“, betont Franz Hartmann, Vertriebsdirektor von Saint-Gobain ISOVER Austria. „Wer hier spart, verursacht soziale Kosten in der Zukunft.“

Dass die Dichte im städtischen Bereich steigt, ist unbestritten. Während Drei-Zimmer-Wohnungen im Wiener Altbau durchschnittlich 100 m2 groß sind, ist die Größe einer Drei-Zimmer-SMART-Wohnung mit maximal 70 m2 begrenzt. Ermöglicht wird diese Raumeinsparung durch flexible Grundrisse und intelligent konzipierten Wohnraum. Ein Drittel aller geförderten Neubauwohnungen in Wien müssen als SMART-Wohnung ausgeführt sein.

Damit halten sich die Mieten in Grenzen, die Wohnungen sind auch für junge Paare und Familien leistbar – eine vorausschauende Strategie für eine stark wachsende Stadt. Damit die zunehmende Dichte in den Wohnanlagen auch mit großer Wohnzufriedenheit einhergeht, müssen die gegenseitigen Störungen so weit wie möglich minimiert werden. Hartmann: „Wir müssen uns bewusst sein, dass wir heute viel lauter wohnen als früher – und das hat mit der technischen Ausstattung unserer Wohnungen zu tun. Wo früher ein Radio stand, ist es heute eine Stereoanlage mit Subwoofer. Hatte man früher einen Fernseher, ist es heute eine Multimediastation mit Surround-Anlage. Diese Schallwellen sind stärker und tiefer – und das kann sich besonders intensiv in Nachbarwohnungen übertragen.“

Der Schall nimmt viele Wege

Experten unterscheiden zwischen Luftschall, wie er beim Sprechen entsteht, und Trittschall oder Körperschall, der sich über Böden und Wände ausbreitet. Vor allem letzterer führt oft zu Konflikten: Da ist die schleudernde Waschmaschine, die man in der Stille der Nacht drei Wohnungen weiter noch hört. Da sind die Kinder, die in der Wohnung im Obergeschoß herumtollen und trotz ihres geringen Gewichts für erhebliches Geräuschaufkommen sorgen. „Anstatt die Kinder zum Stillsitzen zu zwingen, sollten wir einfach den Trittschallschutz verstärken“, empfiehlt Hartmann. Dazu werden elastische Trittschalldämmplatten aus Mineralwolle zwischen Decke und Estrich verlegt. An den Rändern halten Estrichrandstreifen Abstand zur Wand, sodass das Getrappel sich nicht auf die umliegenden Bauteile ausbreiten kann. Das Prinzip ist einfach: Man trennt die verschiedenen Ebenen und verringert damit die Ausbreitung der Schallwellen.

„Je kleiner die Wohnungen sind, je dichter die Menschen beieinander wohnen, umso wichtiger ist es, ihr persönliches Umfeld so geschützt wie möglich zu gestalten“, betont Hartmann. „Weniger Geräuscheinwirkung bedeutet weniger Stress, und das wirkt sich positiv auf das Lebensumfeld aus. Es geht um die Alltagstauglichkeit von Gebäuden, und das bedeutet auch, dass die Menschen ihre alltäglichen Tätigkeiten weitgehend uneingeschränkt und ihrem persönlichen Lebensrhythmus entsprechend umsetzen können. Alltagstauglichkeit gibt es also nur bei bestmöglichem Schallschutz für die Bewohner.“

Beispiele für Schallaufkommen

Eine Erhöhung des Schallpegels um 10 dB empfindet man als Verdoppelung der Lautstärke, eine Verringerung als Halbierung. Ab einem Dauerschallpegel von 60 Dezibel treten Stressreaktionen im Schlaf auf, ab 80 Dezibel kann die Gesundheit leiden.

10 Dezibel : Atmen, raschelndes Blatt
20 Dezibel : Ticken einer Armbanduhr
30 Dezibel : Flüstern
40 Dezibel : Leise Musik
50 Dezibel : Regen, übliche Geräusche in der Wohnung, normales Gespräch
60 Dezibel : Nähmaschine, Gruppengespräch
70 Dezibel : Fernseher, Schreien, Rasenmäher
80 Dezibel : Telefonläuten, Presslufthammer
90 Dezibel : Lastwagen
100 Dezibel : Ghettoblaster

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Bildunterschrift: Franz Hartmann, Vertriebsdirektor von Saint-Gobain ISOVER Austria, plädiert für vorausschauenden Umgang mit Schallschutz.
Fotocredit: © ISOVER/Pflügl

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Bildunterschrift: Der Schall nimmt viele Wege. Kinder, die in der Wohnung im Obergeschoß herumtollen sorgen trotz ihres geringen Gewichts oftmals für erhebliches Geräuschaufkommen.
Fotocredit: © iStock / PeopleImages.com

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ÜBER Saint-Gobain ISOVER Austria
Saint-Gobain ISOVER Austria ist der Komplettanbieter für Mineralwolle-Produkte aus Glaswolle, Steinwolle und ULTIMATE sowie für XPS-Dämmstoffe in Österreich. Die Produkte kommen aus den modernsten Werken der Saint-Gobain-Gruppe in Europa. Der Standort in Stockerau beherbergt die zentrale Verwaltung und dient als Logistikdrehscheibe für Österreich.

Über die Saint-Gobain Gruppe
Saint-Gobain gehört zu den 100 größten Industrieunternehmen weltweit. Führend in der Gestaltung von Lebensräumen, entwickelt, produziert und vertreibt Saint-Gobain innovative Baustoffe sowie Hochleistungsmaterialien. Die Unternehmensgruppe bietet nachhaltige Lösungen für die Herausforderungen Wachstum, Energiesparen und Umweltschutz. Beinahe 170.000 Mitarbeiter in 66 Ländern erwirtschafteten 2015 einen Umsatz von 39,6 Mrd. Euro. Auf der Website www.saint-gobain.de und dem Twitter Account @SaintGobainME erhalten Sie weitere Informationen zu Saint-Gobain.